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Energieeinsparungen


Biomasse


Erdwärme

Energieeffizienz

Wärme macht in Frankreich 50 % des Energieendverbrauchs aus. Der höchste Wärmeverbrauch entfällt auf Gebäude (Wohn-/Geschäftshäuser).
Zur Begrenzung des CO2-Ausstoßes in die Atmosphäre und der Abhängigkeit Frankreichs von Energieimporten ist die Wärmerzeugung aus lokalen und CO2-freien Energiequellen von wesentlicher Bedeutung.
Um es mit diesen Herausforderungen aufnehmen zu können, bietet Kyotherm die Co-Entwicklung, die Finanzierung und die Verwaltung von Energieeffizienzprojekten in Form von zwei einander ergänzenden Konzepten: Erneuerbare Wärmeerzeugung (Erdwärme und Biomasse) und Energieeinsparungen.

 

Der Löwenanteil des Energieverbrauchs von Gebäuden entfällt auf die Heizung

Auf Wohn- und Geschäftshäuser entfallen rund 44 % des Energieverbrauchs in Frankreich. In einem durchschnittlichen Wohnhaus werden für das Erhitzen der Umgebungsluft 61 % der Energie und 12 % für das sanitäre Heißwasser bzw. zusammen 73 % für den Gesamtheizbedarf verbraucht.

Gebrauchsabhängiger Energieverbrauch in Hauptwohnsitzen (2012)

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Quelle: ADEME, Chiffres Clés Bâtiment 2013 (Schlüsselzahlen Gebäude 2013)

Das Hauptaugenmerk der öffentlichen Politik lag über lange Zeit auf der Erzeugung von Elektrizität aus nachhaltigen Quellen, obgleich Elektrizität nur einen geringen Teil unseres Energieverbrauchs darstellt. Die Heizung (Wärmeenergie) stellt als wichtigster Energieverbrauchsfaktor in Gebäuden den größten Anteil an den Treibhausgasemissionen dar, birgt aber gleichzeitig auch ein enormes Potenzial an möglichen Einsparungen von Treibhausgasen und Reduzierungen der Energierechnungen. Die neue französischen Wärmeverordnung (Réglementation Thermique, RT 2012) ist eine aufschlussreiche Zusammenfassung der ehrgeizigen Energieeffizienzziele im Gebäudebereich.

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Ein Großteil der in der Industrie verbrauchten Energie dient der Erzeugung von Wärme

Auf die Industrie entfallen rund 21 % des Energieverbrauchs in Frankreich. Von den 369 TWh des Energieverbrauchs durch die Industrie werden rund 270 TWh in Form von Brennstoffen zur Erzeugung von Wärme verbraucht:

Der Schwerpunkt der von Kyotherm vorangetriebenen Projekte ist entweder das Ersetzen von fossilen Brennstoffen durch CO2-freie Energiequellen oder die Rückgewinnung von ‘überschüssiger’ Energie, die bei industriellen Verfahren verloren geht.

 

Die hauptsächlich aus fossilen Quellen stammenden Energieimporte bedeuten stetig steigende Kosten und einen Unsicherheitsfaktor für unsere Wirtschaft

Die Energierechnung Frankreichs belief sich 2012 auf 68,7 Milliarden €, davon ca. 55 Milliarden für Erdöl.GRAPHE 4

Quelle: ADEME, Chiffres Clés Bâtiment 2013 (Schlüsselzahlen Gebäude 2013)

Das Barrel Brent-Rohöl, das 1999 noch 10 $ kostete, erreichte im April 2011 und im ersten Halbjahr 2012 einen Stand von 123 $. Zwischen Februar 2009 und April 2011 betrug die Schwankung des Barrels +185 %. Eine Volatilität, die insbesondere für Privathaushalte und Unternehmen, die diesen Preisschwankungen ausgesetzt sind, kritisch ist.

Mittlerer Rohölpreis (Brent Dated) in $ / Barrel

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Quelle: Reuters/DGEC

Heizöl (die in Frankreich zur Heizung von Privathaushalten am häufigsten verwendete Energiequelle) kostet pro KWh ca. 0,09 €, Brennholz hingegen nur 0,02-0,03 €/KWh. Folglich ist es möglich, bereits heute auf nachhaltige Energiequellen umzusteigen.

Zur Wahrung des wirtschaftlichen Gleichgewichts unseres Gebietes müssen als Ersatz für die importierte Energie lokal verfügbare, Arbeitsplätze schaffende Energiequellen verwendet werden.

 

Im Kampf gegen den Klimawandel wird Verstärkung benötigt

Seit Beginn des Industriezeitalters verzeichnet der Kohlendioxidanteil einen ständigen Anstieg. Ohne ein baldiges Handeln schätzt der Stern-Report die Kosten des Klimawandels auf 5 % des BIP (die in bestimmten Fällen bis 20 % betragen können); im Gegensatz dazu würde eine Reduzierung der Treibhausgasemissionen durch entsprechende Maßnahmen, insbesondere geeignete Investitionen, nur 1 % des BIP kosten.

Die Staaten haben sich im Rahmen des Kyoto-Abkommens (aus dem der Name ‘Kyotherm’ abgeleitet wurde) auf die Umsetzung einer Politik zur Begrenzung der Treibhausgasemissionen geeignet, der zuvorderst die Förderung der erneuerbaren Energie zugrunde liegt. Die Europäische Gemeinschaft hat sich das Ziel gesetzt, bis 2020 einen Anteil von 20 % erneuerbaren Energien sowie bis 2040 eine Reduzierung der Treibhausgasemissionen um 40 % zu erreichen. Diese Werte stimmen mit der angestrebten Begrenzung der CO2-Konzentration auf 450 ppm überein, von der angenommen wird, dass sie eine Begrenzung der Klimaerwärmung auf +2°C bis Ende des Jahrhunderts ermöglicht. Im Anschluss die als Bezugswerte herangezogenen Messungen der CO2-Konzentration:

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Der aktuelle Anstieg beträgt jedoch + 2,5 ppm pro Jahr. Daraus schließt unter anderem die Internationale Energie-Agentur (IEA), dass das Ziel von 450 ppm CO2 gegenwärtig unerreichbar ist. Die IEA sagt bis Ende des Jahrhunderts eine Klimaerwärmung um + 3 °C bis + 4 °C voraus, was angesichts des damit verbundenen Anstiegs des Meeresspiegels um mehr als 25 m nicht annehmbar ist. Die von den Körperschaften geleisteten Bemühungen müssen deutlich zunehmen.

 

Ehrgeizige Ziele hinsichtlich der Erzeugung von Erneuerbaren und der Reduzierung des Energieverbrauchs

Das in erster Lesung von der Nationalversammlung verabschiedete Gesetzt über den Energiewandel durch grünes Wachstum (Loi de Transition Energétique pour la Croissance Verte) bestätigt das französische Ziel eines Bruttoendverbrauchanteils von 23 % Energie aus erneuerbaren Quellen für 2020 mit einem Ziel von 32 % für 2030.

In der breiten Öffentlichkeit sind vor allem Wasser-, Wind- und Sonnenenergie zur Erzeugung von elektrischem Strom bekannt. Das Programm für die Energieinfrastrukturen Frankreichs (Programme des infrastructures énergétiques de la France) des französischen Ministeriums für Umweltschutz sieht hingegen ebenfalls vor, dass 2020 60 % der erneuerbaren Energie Wärme (thermische Energie) sein wird. Insbesondere werden Biomasse und Erdwärme zur Wärmeerzeugung (der Zielmarkt von Kyotherm) einen 3-Mal höheren KWh-Anteil haben, als Windkraft und Photovoltaik zusammengenommen.

Das französische “Grenelle-Forum” und der Plan für die energiebedingte Renovierung des Wohnraums (Plan de Rénovation Energétique de l’Habitat, PREH) setzen ihrerseits das Ziel einer Reduzierung des Wohnungsenergieverbrauchs um 38 % im Vergleich zu 2005.

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Der Staat richtet Strukturen und Vorschriften ein, die der Entwicklung von Verbesserungsprojekten den Weg ebnen

1 / Der Wärme-Fonds

Der 2009 geschaffene Wärme-Fonds wird durch die frz. Agentur für Umwelt- und Energiewirtschaft (ADEME) verwaltet. Dieser Fonds bietet eine Investitionshilfe für erneuerbare Wärme- oder Wärmerückgewinnungsprojekte. Im Zeitraum 2009-2013 hat der Wärme-Fonds nahezu 3.000 Projektumsetzungen bzw. die Erzeugung von insgesamt 1,4 Mtoe (Millionen Öleinheiten) unterstützt. Das Ziel des Wärme-Fonds ist die Erzeugung von zusätzlichen 5,5 Millionen Öleinheiten durch erneuerbare Wärme oder Wärmerückgewinnung bis 2020. Dazu wurde seine Dotation verdoppelt und sollte von 220 Millionen Euro im Jahr 2014 auf 400 Millionen Euro im Jahr 2017 steigen.

2 / Der reduzierte Mehrwertsteuersatz für Wärmenetze

Zu den wichtigsten Zielen des Grenelle-Forums zählen die Verdoppelung der Wärmeerzeugung von 2 auf 4 Mtoe über das Wärmenetz bis 2020 sowie die Steigerung des Anteils der Erneuerbaren in diesen Netzen.

Das in erster Lesung von der Nationalversammlung verabschiedete Gesetzt über den Energiewandel durch grünes Wachstum (Loi de Transition Energétique pour la Croissance Verte) legt als Ziel die Multiplikation um einen Faktor fünf der erneuerbaren und der rückgewonnenen Wärme fest, die 2030 über das Wärmenetz geliefert wird.

Neben der Subventionierung der Wärmenetze durch den Wärme-Fonds profitieren die an diese Netze angeschlossenen Nutzer von dem reduzierten Mehrwertsteuersatz von 5,5 %.

Ein Heizungsnetz umfasst drei Elemente:

1- Ein Heizkraftwerk (Holz, Erdwärme, …)
2 – Ein sogenanntes “primäres” Versorgungsnetz
3 – Netzanschlussstellen der Kunden: die Unterstationen

 

3 / Die frz. Wärmeverordnung (RT 2012, RT 2015 und RT 2020)

Die Norm RT 2012 trat am 28. Oktober 2011 für Büroräume und am 1. Januar 2013 für Wohnungen in Kraft. Für alle Neubauten gilt ein maximaler Verbrauch von 50 KWh/m2/Jahr gegen durchschnittlich 400 KWh/m2/Jahr bei den aktuellen Gebäuden. Diese neue, mit dem Label ‘BBC’ (Niedrigenergiehaus) verbundene Vorschrift geht mit zahlreichen Auflagen einher. Der Rückgriff auf erneuerbare Energien ermöglicht durch eine höhere Schwelle der KWh/m2/Jahr und einen günstigen ‘Emissionskoeffizienten’ eine Begrenzung dieser Auflagen . Zum Beispiel ist die Vorgabe mit erneuerbaren Energien pro KWh/m2/Jahr im Gegensatz zu einer elektrischen Heizung um das 3,3-Fache niedriger und ermöglicht dadurch bedeutende Einsparungen bei den Baukosten.

Die in Vorbereitung befindlichen Normen RT 2015 und RT 2020 sind mit noch strengeren Umweltauflagen verbunden:

  • RT 2015 strebt einen maximalen Verbrauch von 30 KWh/m2/Jahr an.
  • RT 2020 geht noch weiter und fordert den Bau von Gebäuden mit positiver Energiebilanz.

Solche Ziele sind nur zu erreichen, wenn gleichzeitig Energie gespart und erneuerbare Wärmeenergie verwendet wird.